na ihr daheeme!
wir sind also in granada angelangt. nach einer langen reise zu den corn
islands. das letzte mal als ich geschrieben hab, waren wir glaub ich in
bluefields. das war sozusagen der ausgangspunkt fuer eine lustige seefahrt auf die 80
km entfernten inseln in der karibik. wir sind mal ganz frueh aufgestanden um
auf dem rostigen kutter noch ein paar plaetze zu ergattern. die hatten wir
dann auch und als wir grad am einpennen waren (die boote, busse usw. fahren
hier immer mit verspaetung los), scheuchten uns die matrosen, oder wie man die
hier nennen mag, vom schiff runter und riefen alle passagiere einzeln von
ihrer liste auf. hat so eine halbe ewigkeit gedauert, aber wenigstens haben wir
dann schwimmwesten gekriegt.
irgendwann ist das boot dann sogar losgefahren, noch ein stueck den fluss
lang auf dem wir gekommen sind. doch dann gings schnurstracks auf den ozean.
und bevor ich meine reisekaugummis zuecken konnte gings mir auch schon so
richtig sch......!!! stephan und eric waren da irgendwie seefester als ich. die
fahrt dauert so an die 5 h. wir ham natuerlich laenger gebraucht. aber ich hab
gemerkt, dass wenn man sich in eine ecke kauert und die augen zukneift, dann
kann man die uebelkeit fast fuer ein paar minuten vergessen. nur sind steppis
beine, auf die ich mich dann gekuschelt habe, nach einer stunde wohl
ziehmlich abgefault und von da an musste ich mich alleine durchschlagen. aber ich
wurde fuer mein leiden mehr als gerecht belohnt. irgendwann konnte man dann
eine der beiden kleinen inseln sehen. tuerkisblaues wasser, straende, palmen,
ein kleiner hafen und ein gruener berg in der mitte. da dacht ich mir so: \"hm,
das sieht verdammt gut aus.\" wir haben uns dann erst mal unter einen baum in
den schatten gechillt und stephan ist los, um eine hospedaje klarzumachen.
ich hab derweil mit eric mango geschnasselt und aufs gepaeck aufgepasst. der
gute steppi hat dann auch ein prima zimmer gefunden, das fuer
inselverhaeltnisse richtig billig war. man hat meistens kein eigenes bad, sondern so\'n
gemeinschaftsbad. ist aber voellig in ordnung. nachdem wir uns so richtig schoen in
unserem zimmer eingemuellt hatten dachten wir uns, dass wir uns nach der
stressigen anreise ein paar tage der erholung goennen koennten. und so war es
dann auch. wir haben am gleichen tag den ersten strand erkundet. der war
ziehmlich breit, klares, blaues wasser, weisser pulversand und palmen am rand. keine
wellen und eine tolle abendsonne. da ham wa uns gleich in die fluten
gestuerzt und allen stress von uns abgewaschen. ich hab freundschaft mit einem
(deutschen) schaeferhund geschlossen. der ist sogar mit mir schwimmen gegangen und
hat danach ueber meinen schlaf gewacht. da gabs nur ein problem: miese
kleine sandflies, die einem das sonnenbad veruebelten. die waren waren nur 1-2 mm
gross, aber haben verflixt noch mal tierisch fies gebissen. daraufhin sind
wir geflohen und der hund mit uns. auf dem nachhauseweg haben wir noch an einem
stand an der strasse gefratzt. da gibts eigentlich immer das gleiche, is
aber echt ein feines fresschen: gallo pinto (reis mit bohnen), ensalada
(krautsalat), tortillas (maisfladen) und einen streifen ziehmlich zaehes rindfleisch.
am anfang gewoehnungsbeduerftig, aber mittlerweile ist das abentlich essen
gehen ein rechtes highlight fuer mich geworden.
am naechsten tag haben wir uns einen neuen strand gesucht, weil wir nichts
von den fliegen wissen wollten. einmal ueber die insel sind wir gelatscht,
durch siedlungen aus kleinen huetten, bananenplantagen und so weiter. heiss
wars. aber der strand, den wir gefunden haben, der war echt klasse. ich kanns
auch nicht richtig beschreiben. so wie bei \"the beach\" in etwa. nur nicht so
kuenstlich und ohne leo di caprio (zum glueck aber mit eric und steph). der name
war long bay. und genauso long war unser strandspaziergang. unterwegs haben
wir kokosnuesse gesammelt. die gibts bekanntlich da, wo es kokospalmen gibt.
ihr versteht also? am ende des strandes haben wir uns hingeflackt und
versucht, die nuss zu knacken. und siehe da, es ging ganz gut. warum hat sich
robinson crusoe nur so bloed angestellt? aber der hatte auch nicht so ein
powermesser wie eric. mir wurden dann immer die mundgerecht zugeschnittenen haeppchen
weissen fleisches gereicht und da war ich echt so richtig gluecklich.
am naechsten tag haben wir noch einen dritten strand aufgesucht. dort lag
ein altes schiffsfrack rum und die beiden jungs sind zusammen mit ihrer
schwimmbrille los und haben sich bunte fische angeschaut. als ich dann ins wasser
getapst bin ist mir ein kleines missgeschick passiert. ich bin wegen einer
welle umgefallen und bin mit meinem oberschenkel so richtig schoen auf den
korallen oder steindings unter wasser rumgeratscht. im wasser hats noch nicht so
geblutet, ich hatte aber trotzdem angst haie anzulocken, denn der eric paddelte
noch ums schiffsfrack herum. also bin ich an land und da hats dann doch
geblutet. aber ein indianer kennt keinen schmerz. desinfektionsspray ruf und aus
die maus. jetzt ist mein knie zwar ein bisschen entstellt aber ich hab
wenigstens ne tollegeschichte zu erzaehlen falls ne narbe bleibt.
am vierten und fuenften tag sind wir wieder zu unserem lieblingsstrand
gegangen. dort hab ich was schlimmes gesehen. so ein paar jungs sind da mit hunden
im gestruepp rumgeheizt und haben leguane und irgendwelche echsen gejagt.
dem einen hatten sie \"ausversehen\" den schwanz mit der machete abgeschlagen.
der arme hat noch gelebt. aber wahrscheinlich nicht mehr lange. der ist zum
mittag im kochtopf gelandet. naja, andere laender, andere sitten, aber schwanz
ab muss ja bitte nicht sein. :(
abends sind wir immer lecker essen gewesen. und haben cerveza (bier)
geschluerft. und mir wurde jetzt doch noch, nachdem ich mich lange gewehrt habe,
skat beigebracht. bis jetzt noch nicht so erfolgreich, aber es reicht, damit
wenigstens eric und stephan gut zocken koennen.
steppi hat auch einen ganz netten typen kennengelernt mit dem er den einen
abend ein bisschen rumgezogen ist. der hat uns auch, als stromausfall auf der
ganzen insel war, den dunklen weg nach haus gezeigt. generell waren die
menschen dort etwas aufgeschlossener, da sie ja oefters einen touri sehen als die
leute anderswo. neben uns waren noch so etwa sieben andere weisse auf corn
island. das ist viel.
einen abend haben wir uns mal fisch gegoennt auf den wir so fast zwei
stunden gewartet haben. fragt nicht warum, frisch gefangen??? hat auch lecker
geschmeckt. die beiden jungs sind aber trotzdem danach noch zum stand und haben
nochmal gegessen. ich nicht :]
schweren herzens sind wir dann am naechsten morgen abgereist. wieder auf
dieses verhasste schiff. und der himmel war grau und die sonne liess sich nicht
blicken. also haben wir uns ein plaetzchen gesucht und wieder auf die abfahrt
gewartet. ich lag in einer haengematte und dachte das waere klug. wars aber
nicht. mir wurde wieder schlecht, ganz schlimm doll. da hab ich mich mit
stephan vorne aufs deck gelegt und geschlafen. da gings dann besser. aber wir
fuhren ja nicht nur die fuenf stunden zurueck nach bluefields, sondern wir
hatten ein boot genommen, dass noch weitere fuenf stunden nach rama fuhr (auf dem
fluss). nur fuhren wir keine zehn stunden insgesamt. wir sind um elf von
cornisland abgefahren und kamen nachts um halb drei in rama an. und weil wir ja
so tapfer sind (und um die uhrzeit kein Zimmer fanden) sind wir gleich weiter
in den bus nach juigalpa. nochmal sechs stunden. und eine richtig
beschissene strasse. nein, keine strasse, ein einziges schlagloch. und ein bus ohne
stossdaempfer. d.h. keine sekunde ohne huckel und stossen. und keinen schlaf.
aber ein kleines huhn sass neben mir. da hat so ein typ erstmal seine eimer
raufgestellt, der idiot, weil kein platz mehr war. um neun sind wir dann wieder
in juigalpa gewesen ( da waren wir ja schon auf der hinreise auf die insel)
und haben den ganzen tag gepennt. wir wollten nicht weiter bis managua, weil
unsere reiselust echt gleich null war. ohne pause fast 24 h nur schaukeln und
wackeln. da haben wir die weiterreise auf den naechsten tag verschoben. da
sind wir dann zurueck nach managua, wo ich ja angekommen bin mit dem flieger.
aber da dort kein ort zum verweilen ist haben wir den bus nach granada
bestiegen, der zum glueck nur eine stunde fuhr. leider fiel uns auf halber strecke
auf, dass mittlerweile der zweite reisefuehrer verschwunden war und wir nun
keinen mehr fuer costa rica oder panama (fuer eric) hatten. da waren wir alle
sauer und haben ueberlegt, was zu tun sei. stephan meinte, er wuerde zurueck
nach managua fahren wollen und das tat er dann auch. ericund ich blieben in
granada und haben drei rucksaecke ins hotel gebracht. dann gingen wir zurueck
zum busbahnhof in der hoffnung stephan dort wiederzutreffen. nach zwei stunden
warten kam er dann endlich mit dem letzten bus und ...... er hatte doch
tatsaechlich den taxifahrer gefunden, in dessen taxi wir unseren reisefuehrer
vermutet hatten. und somit haben wir ihn wieder und verbringen eine ganz schoene
zeit hier in granada. die stadt ist auf jeden fall anders als die die ich
bis jetzt gesehen habe. sie hat damals immer von der kolonialzeit profitiert
und auch gewissen reichtum erlangt. die spanier haben hier ziehmlich schoene
kolonialbauten hinterlassen. auch ist das muellproblem nicht so schlimm wie
anderswo. und die armut ist nicht so allgegenwaertig wie in managua oder rama.
aber man merkt, dass diese konservative stadt sozusagen der gegenpart zum
liberalen leon ist, das ja eine wichtige rolle in der zeit der revolution
spielte. alles in allem ist es wirklich schoen hier. wir werden uns morgen auf den
weg zur pazifikkueste nach san juan del sur machen und dann nicaragua
verlassen und die grenze nach costa rica passieren. und viel zeit hab ich auch nicht
mehr, muss ja bald wieder nach hause und ne boese zellbiologie-klausur
schreiben. aber kann ich mir im moment eh noch nicht vorstellen, bald wieder zur
uni zu muessen. ich denk lieber nicht dran. ich hoffe, dass in berlin so
langsam der fruehling kommt. man gewoehnt sich doch sehr an die sonne. braun bin
ich auch ein bisschen, bestimmt mehr als ihr :]
ansonsten werd ich wahrscheinlich erst wieder aus costa rica schreiben. aber
wenn irgendjemand von euch lust hat mir zu schreiben, ich hab mich ueber
alle mails die ich bis jetzt gekriegt hab total gefreut und hoffe von euch zu
hoeren.
tschuess sagt also eure zufriedene hanna, die euch ans herz legt, die ferien
zu nutzen und ferne laender zu besuchen, wann immer es moeglich ist. und
wenn ihr grad keine zeit oder kein geld (das groesste problem, ich weiss) habt,
dann seid nicht traurig, es ist ja noch viel zeit um sich viel anzuschauen
(ne meine suesse schwester??? halt die ohren steif und streng dich an bei
deiner klausur).
liebe stuff, waerst du so freundlich und wuerdest alex und dani irgendwie
meine mails zukommen lassen? ich hab ihre adressen vergessen und hab ihnen post
versprochen. das waer ganz prima, sonst sind die sauer auf mich.
liebe mama: ich drueck dich ganz feste und frag mich, wie weit neuseeland
von nicaragua weg ist??!!
also, tschuess denn ihr lieben. bleibt tough. eure hanna <:3)~~ (maus von oben)