12 medialisten unterwegs

hallo liebe daheimgebliebene...
entschuldigt die lange schreibpause...
ohne ankuendigung und ganz spontan hab ich mich 4tage in den dschungel zurueckgezogen, zu dem hoechsten frei fall eines flusses unserer erde (ueber 900m ohne was dazwischen), salto angel...
doch erst einmal moechte ich noch ein paar worte zu caracas(venezuela) und dem rest meiner bisherigen route verlieren...
caracas(venezuela) ist noch ein wenig groesser als panama(panama) und hat sogar eine metro (hat ganze 3linien, eine von ost nach west, quer durch die stadt, 2 links und rechts davon abzweigend)...
die stadt liegt in einem talkessel, doch das ganze sieht aus, als haette jemand das ganze mal heftig aufkochen lassen, so das der urbane brei auf einer seite ueberschwappte...
an den raendern blieben eingetrocknete reste kleben, in den senken dahinter sammelten sich urbane pfuetzen...
auf der anderen seite bildet ein nationalpark eine gruene bariere fuer die stadt...
auf den strassen eine menge los, in den fussgaengerzonen wird schach gespielt, in den parks gespraeche und sport...
und drachen, mitten in der stadt versuchen einige kinder drachen steigen zu lassen, ungeachtet der menschenmassen und strommasten...
durch seine lage im talkessel ist caracas(venezuela) noch kompakter als panama, wo es viel unbebaute flaechen gab, ging man ein paar meter zu weit in die falsch richtung...
nach dem ich einen tag durch caracas(venezuela) gelaufen bin (und natuerlich metro gefahren) bin ich dann schon wieder los, nach barcelona(venezuela)...
als ich dort ankam war es jedoch bereits dunkel...
sowas ist immer ein wenig bloed, die busse setzen ein meist irgendwo am stadtrand ab und dann muss man durch dunkle strassen den weg ins zentrum suchen...
da ich dabei nicht viel von der stadt sah, bin ich noch einen tag da geblieben, um mir bei der gelegenheit auch noch die nachbarstadt puerto la cruz(venezuela) anzuschauen...
barcelona(venezuela) hat viele alte haeuser und ist angenehm ruhig, mit ein paar schattigen parks zum rumsitzen, puerto la cruz(venezuela) hat eine lebendige hauptstrasse mit einem haufen strassenstaenden und einen ganz netten strand, anstonsten ist in beiden nicht viel los...
am naechsten morgen bin ich dann nach cuidad bolívar gefahren...
von hier aus hat nationalheld simon bolívar ganz grosscolumbien(equador, venezuela, columbien, panama) von den spaniern befreit...
und hier bin ich mal wieder einen menschen der spezies stan (aka ich-treib-mich-selbst-in-den-ruin-schnapper) ueber den weg gelaufen...
er erzaehlte mir mit viel gestik und mimik wie toll doch die tour zum salto angel sei und das ich unbedingt dorthin muesse...
das problem ist, aus irgendwelchen gruenden wollen mir diese leute immer das verkaufen was ich ohnehin schon gerne moechte und so hab ich schliesslich ja gesagt, ja zu 220$US fuer 4tage...
natuerlich weit, weit ueber meinem budget, aber wenn ich schon mal hier bin, dann sollte ich mir so ein paar sachen schon goennen...
immerhin, die landschaft war wirklich umwerfend...
angefangen hat die tour in einem kleinen nest namens kanaima(venezuela), gelegen an einer reihe von kaskaden, ueber die sich ein breiter, schwarzroter fluss in einen see ergiest...
von da aus sind wir abwechselnd zu fuss und mit boot durch dschungel und savane zu einem lager im dschungel gefahren...
dort haben wir uebernachtet und sind am naechsten morgen durch viel dschungel zu einem aussichtspunkt gekommen, von dem aus man den ganzen wasserfall sehen konnte...
d.h. ersteinmal konnten wir gar nichts sehen, da alles verhangen und regnerisch war...
doch geduldiges warten fuehrte zum erfolg, es klarte auf und man hatte einen perfekten ausblick auf den wasserfall...
ueber 900m, ein fluss stuertzt sich in die tiefe, wasser ueberholt wasser bis es vom luftwiederstand zerstaeubt wird...
unten eine wolke aus millionen tropfen, aufgeschleudert beim aufprall...
zum abendbrot waren wir wieder zurueck im dschungellager, am naechsten tag ging es wieder zurueck nach kanaima(venezuela)...
dort hatte ich dann noch 1tag zum frei durch die gegend laufen...
diese freiheit nutzte ich gleich, um mal wieder mein leben aufs spiel zu setzten...
es gab da eine insel in dem fluss, die wir waehrend der tour auch besichtigten, die ich mir gerne noch mal in ruhe anschauen wollte...
also hab ich alle wichtigen sachen in eine grosse plastiktuete getan und bin losgeschwommen ueber den fluss...
nur fliessen fluesse nunmal, so das ich bereits bei der haelfte der strecke feststellen musste, das erstens ich nicht dort ankommen wuerde wo ich eigentlich geplant hatte anzukommen und zweitens der naechste wasserfall doch naeherwar, als ich eigentlich dachte...
nun, ich drehte also auf halber strecke wieder um und schwamm mit letzter kraft ans ausgangsufer zurueck...
ich landete dort 200-300m von dem punkt, an dem ich angefangen hatte, auf einer kleine insel die vom rest der welt durch einen kleinen seitenarm des flusses abgeschnitten war...
ich hab es dann erstmal ein paar minuten einfach genossen, es mal wieder geschaffte zu haben...
danach beschloss ich die insel zu erkunden, nur das mir ein boot mit ein paar leuten zuvor kam...
sie machten mir klar, dass sie mich nicht auf dieser insel zurueck lassen wuerden...
also gab ich schliesslich nach und fuhr zurueck, zu meinem ausgangspunkt...
nun, ich habs nicht noch mal probiert, aber dafuer bin ich dann einfach so auf abgelegenen dschungelpfaden gewandert, bis es nicht mehr weiterging...
als ich am abend zurueckkam wusste schon das ganze dorf von meinem erlebnis...
am naechsten tag bin ich dann zurueck nach cuidad bolívar(venezuela) geflogen, von wo aus ich gleich in einen bus nach cuidad guayana(venezuela) stieg, wo ich jetzt, am naechsten morgen, in einem internetcafe sitze und euch diese mail schreibe und eure mails lese...
so hab ich hab von euren sonnigen tagen in letzter zeit gehoert und wuensch euch, dass es so bleibt...
viele gruesse aus der ferne...


...da gnuwwel...

ps: keine sorge, ich werd nicht versuchen den amazonas aufwaerts zu schwimmen ;)...




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Thursday, 01. January 1970 at 01:00
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