12 medialisten unterwegs

hallo liebe daheimgebliebene!

wie sieht\'s im moment aus?
nun, ich hab bisher nichts weiter wiederbekommen und meine hoffnungen darauf schwinden.
halt, etwas hab ich doch wieder, meine reiselust.
nachdem ich die letzten 2tage rumgehangen hab und mich versucht hab abzulenken, hat mein unterbewusstsein gearbeitet und sich von den verlorenen sachen verabschiedet.
ich hoffe zwar immer noch ein wenig mehr wiederzusehen, aber ich mach mein foranschreiten nicht mehr daran fest.
so bin ich nun einfach froh doch die wichtigsten sachen wiederbekommen hab.
(an dieser stelle moechte ich mich bei bjoern und stephan entschuldigen, die mir vertrauensvoll einige dinge in die haende gegeben haben, die sie nun wohl nicht mehr wieder sehen werden. \'Tschuldigung.)
so ist die wunde weitestgehend geheilt, doch amazonasphotos und die geborgten sachen hinterlassen zusammen mit dem aerger ueber meine (daemliche) unaufmerksamkeit eine narbe, die wohl noch eine ganze weile jucken wird.
aber ich schau wieder vorwaerts und um mich, so hab ich jetzt erstmal gesehen wo ich ueberhaupt angekommen bin.

iquitos ist ein nettes plaetzchen, schoene haeuser, sehr lebendige maerkte (es gibt zwei, aber beide gleichen sich, sosehr das es einen nicht wunder wuerde in den einen rein zugehen und aus dem anderem raus zukommen) und endlose mengen von motorikschas (dreiraedrige umbauten von motoraedern zu personenbefoerderung[manchmal auch andere sachen, ich hab motorikschas bis zum rand gefuehlt mit bananen gesehen]).
zu den letzten ist zu sagen, das in den amazonasstaedtchen motorraeder und motorroller sich grosser beliebtheit erfreuen, da der preisvorteil gegenueber den vierraedrigen gefaehrten aufgrund der transportkosten immens ist.
so is der verkehr in leticia und tabatinga ein quirrliges erlebnis aus zweiraedern (in tabatinga uebernehmen die motorroller sogar taxifunktion), in iquitos aus dreiraedern, da hier der servicesektor stark ausgepraegt ist ;].

die reise von santa rosa war wiedermal ein sehr entspantes erlebnis, weniger wasser, dafuer mehr dschungel als auf der manaus-tabatiga strecke.
ansonsten gab\'s den kaffee an die haengematte, was schoen war, aber nicht immer kaffee, was zu verwirrung fuehrte.
so bekam ich am zweiten morgen etwas, was wie milchkaffee aussah.
ich trank es auch als milchkaffe, doch hatte ich beim ersten schluck auf einmal eine schleimige masse im mund, was mich innehalten liess.
ich war zwiegespalten, ausspucken oder runterschlucken.
ich hab dann den tasseninhalt genauer inspiziert und mich fuer runterschlucken entschieden, es war etwas in richtung haferschleim, das erklaerte die konsistenz. kaffee gabs an diesem morgen keinen =(.

ansonsten ging es mir mal wieder etwas schlecht, was ihr nicht wissen koennt, weil ich es nicht geschrieben hab, mir ging es die ersten paar tage auf der faehre nach tabatinga sehr schlecht (inklusive einmal uber dier reling und einmal ueber die kloschuessel beugen), was entweder auf verdorbenes essen oder auf versehentliches zaehneputzen mit flusswasser zurueck zufuehren war.
besonders unangenehm waren dabei die ruelpse, die nach faulen eiern schmeckten.
-genug davon-
das selbe bluehte nochmal kurz auf der faehre von santa rosa auf.
ging dann aber auch entgueltig, so das ich mittlerweile wieder mutig beim essen zuschlage.

die geschenisse meiner ankunft in iquitos hab ich ja schon geschildert.
die tage danach waren ein einpendeln meiner gefuehlswelt.
von zu tode betruebt, ueber euphorischen alles-wird-gut-glauben, zur ernuechterung (besser-wirds-wahrscheinlich-nicht) bis zum momentanen stand, eigentlich ist alles gar nicht soo schlimm, das leben und meine reise gehen weiter.

hier im internetcafé bin ich mittlerweile als der hacker bekannt, nachdem ich mich die letzten 2tage auf sunny(rechner in der firma meines vaters) zurueckgezogen habe, um mich ein wenig abzulenken.
denn das warten, ob sich nun was entwickelt, ist nerviger als wenn man mir gesagt haette der rest ist unrettbar verloren.

die verwaltungsakte werden hier ruhig angegangen, das gilt fuer das stempeln des pass genauso wie fuer das bezahlen im bus und boot und die ermittlungen der polizei.
morgen ist ja auch noch ein tag...

tja und dann sind da noch die krokodile...
dank meiner amazonas erfahrungen hab ich etwas ueber diese tiere herrausbekommen.
krokodile sind keine hinterlistigen bestien, die sich als baumstaemme tarnen.
es ist genau anders herrum.
ich wollte doch so gerne ein amazonas krokodil sehen.
doch immer wenn ich auf dem fluss etwas krokodilaehnliches ausmachte, stellte es sich bei naeherer betrachtung als baumstamm heraus, haemisch grinsend an mir vorbeitreibend, mich mit der herben entaeuschung zuruecklassend wieder nur ein stueck holz gesehen zu haben.

naja wenigstens kann man hier auf dem markt krokodilkoepfe erwerben, neben lebenden termitenlarven (ca. 3cm lang) einigen anderen absonderlichkeiten.

mit dieser erkenntnis und vielen lieben gruessen aus der ferne verabschiedet sich von euch bis zur naechsten mail...



...da gnuwwel...

--==´´´^^^^¨º--o
krokdil im nil - die aus dem amazonas kenn ich ja nicht ;].




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Thursday, 01. January 1970 at 01:00
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