12 medialisten unterwegs

[lima und wieder weg.]

ja liebe daheimgebliebenen.

lange in der ferne verschollen geglaubt, tauche ich jetzt doch wieder aus den nebeln meiner informationsverweigerung auf.
und mit mir nicole, die seit dem 16.07. bei mir ist, und auch noch ein paar worte hier verlieren wird.
was hab ich denn nun so gemacht, fragt ihr euch sicherlich.

nun, fangen wir am ende an.
die letzte mail meiner homies-korespondenz schrieb, als ich das erste mal in lima gewesen war.
die zeit danach wurde nur noch von meinem vater dokumentiert, und ich hab auch nicht vor dem viel anzufuegen.
so wird diese mail im wesentlichen um eines handeln, meiner zeit in lima.
denn dort habe ich die zeit seit dem abschied von meinen eltern verbracht, rastlos zur ruhe gekommen, ungeduldig auf den aufbruch wartend.

kurz will ich noch die letzten erlebnisse in aerquipa doch noch schildern.
auf dem rueckweg von dem internetcafe (es war spaet geworden, da wir viele bilder nach hause zu schicken hatten), durften wir doch noch den geruch und die reize von traenengas kosten.
aus einer seitenstrasse wehte uns eine wolke entgegen und machte das atmen zur willensanstrengung.
dank eines nachtclubs im erdgeschoss sollte die nacht im hotel auch nicht die ruhigste werden.
doch sie verging und am naechsten morgen wagten wir uns bis zum busbahnhof.
dort liessen wir uns dann einschliessen, in der hoffnung, so einen der ersten busse nach lima zu erwischen.
nur nicht mehr an diesem tag.

da uns dann doch zu langweilig wurde, brachen wir noch mal aus, und machten einen spaziergang, durch die anliegenden strassen.
viele angetrunkende menschen trafen wir, doch alle freundlich, uns einladend.
es war vatertag, wie wir im nachhinein erfuhren, im gespraech mit einem beamten der stadt, der uns einlud (zu wasser, nachdem wir bier abgelehnt hatten) und uns seine ansichten ueber unruhen und voelkerfreundschaft mitteilte.

die nacht war zwar akustisch ruhiger, dafuer wusste ich nie, ob die erzuernten stimmen von draussen oder aus einem radio herein drangen, was mich dann doch einige zeit mit klopfenden herzen, lauschend wachliegen liess (mein vater hat mir spaeter erzaehlt, dass die stimmen wohl spaeter spontan zum schweigen kamen, was ein radio vermuten laesst ;) ).
am naechsten morgen fuhr dann doch ein bus, in dem wir mit die letzten plaetze bekamen.
die darauf folgende busfahrt hatte etwas merkwuerdiges.
all die orte unseres gemeinsamen reisens zogen nochmal (in umgekehrter reihenfolge) an uns vorbei, wobei diesmal all die erlebnisse jedoch nur noch in meinem kopf abliefen, waehrend die orte unberuehrt von unserer gegenwart dahinschwanden.
deutlicher waren die spuren der unruhen zu sehen (strassenblockaden), durch die der bus zu mutigen fahrmanoevern in zeitlupe an der steilkueste gezwungen wurde (und das wo ich hoehenangst habe).
doch unbeschadet kamen wir nach lima, wo ich meine eltern nach einen weiteren, letzten gemeinsamen tag traurig verabschiedete.

nun war ich allein, eigentlich strebte mein sinn nach einem weiteren ausflug, doch alles kam anders als geplant.
zuerst einmal hatte ich jedoch arbeit.
so ging ich fleissig jedentag ins internetcafe und arbeite fuer meinen vater.
mein hotel wurde zu einer art zu hause und das zentrum von lima mir vertraut.
doch schon bald befiel ein schatten lima.
von der kueste her zog ein nebel auf, der die tage trist und lima grau erschienen lies und sich bis zu meiner abreise, gestern, nur selten verzog und die sonne durchlies.

meine tage zogen sich so dahin, zu einer art seltsamen alltag werdend, fremd und doch gewohnt wurde mir die stadt.
zuhause fuehlte ich mich nie, doch war ich auch fuer einige zeit kein reisender mehr.

dann kam etwas abwechslung, ich lernte susan kennen, eine peruanerin, in die ich mich dann auch noch verliebte (ist schon schwer, sich den komplimenten eines schoenen maedchens zu entziehen ;) ).
so fand ich mich doch sehr zwiegespalten wieder, nicole auf der einen seite, susan auf der anderen seite liebend.
eine weile ging es so hin und her mit meinen gefuehlen, bis ich mich doch einfach dazu entschloss beide zu lieben und so ist es heute noch.
ich hatte einen sehr intensiven chat mit nicole (ich hab ihm verziehen).
trotzdem erwartete ich mit spannung den tag ihrer ankunft.
doch bis dahin sollte ich noch viel spanisch lernen (ich hab echt grosse fortschritte gemacht), ein wenig tanzen lernen (obwohl ich den grossen spass daran immer noch nicht gefunden hab), limas katakomben erkunden (die reisegruppe verlierend, in finsteren raeumen herumtappend) und mich vor einigen hundert begeisterten jungen peruanerinen ins rampenlicht stellen (versuchsweise salsa tanzend, was tut man nicht alles fuer die frauen).
zu letzterem sei gesagt, das ich bei meinem ersten besuch in lima ein aehnliches erlebnis hatte.
tapfer ging ich an einem stadium vorbei, vor dem ca. 200 junge maedchen(sportlerinnen, im trainingsanzug) standen, die bei meinem erscheinen anfingen zu kreischen, was mich teils rot werden lies, teils mein herz erfreute, teils meinen ohren wehtat.
bei zweiten mal handelte es sich um eine veranstaltung, anlaesslich dem geburtstag eines stadtteils.
ich, selbst die grossen in der menge noch ueberragend (die peruaner sind unglaublich klein), war natuerlich praedestiniert, um, neben anderen, auf die buehne geholt zu werden.

und dann kam nicole.
netter weise hatte mir sie nicht die flugnummer verraten (noch mit welcher fluglinie und welchen zwischenstops).
aber dunkel konnte ich mich noch errinern, mal was von miami gehoert zu haben und ausnahmsweise, kam an diesem abend nur ein flug von dort (als ich meine eltern abgeholt hatte, gab es zwei, einer canceled, das waer eine freude gewesen...).
so hab ich sie dann doch gefunden, blass, mit zugekniffenen augen, aber dennoch meine suesse.
und wir fielen uns in die arme und waren verliebt.

Es war schon komisch nach 20 Stunden Flug und 5 Monaten Trennung sich in einer voellig fremden Stadt wiederzufinden und so richtig glaubte ich es mehrere Tage nicht.
Wir sind dann mit einem dieser Minibusse,(Taxiefahrer sind einfach aetzend aufdringlich in dieser Stadt und es kostete Eric ne Menge Wortgefechte sie abzuwimmeln.) ins Zentrum reingefahren, wo sich unser Hotel (ein Glueck Hinterhof, denn Lima ist laut) fuer die naechsten Tage befand. Gluecklich endlich mal liegen und nicht sitzen zu muessen fiel ich ins Bett. Am naechsten morgen (oder war es schon Mittag?) wachte ich dann noch ganz neben mir, neben Eric auf und es war einfach nur schoen.

die naechsten tage machten wir maria gluecklich (die sich doch wohl manchmal etwas gelangweilt fuehlte in lima), besuchten die grueneren ecken der stadt.
ab und zu lies ich nicole allein (mit maria) um mich mit susan zu treffen.
irgendwie war das okay (nicht unbedingt fuer alle und zu jeder Zeit), zumindest hat mir keine von beiden den kopf abgerissen.
doch merkte ich dabei, dass es gar nicht so leicht ist, wenn man(n) in gedanken doch immer wieder dahin wandert, wo man(n) gerad nicht ist.
an unserem urspruenglich letzten geplanten tag in lima, traffen sich die beiden noch.
komische situation, zumal ich als dolmetscher fungieren musste (was so manches mal echt beschissen war, denn ich haette Susan auch gerne mal was von Frau zu Frau erzaehlt - ohne Kommentator).

wie schon erwaehnt, es sollt doch nicht der letzte tag werden.
alles war perfekt geplant.
ich steh um 08:30 auf, fahr zur botschaft, wo ich 09:00 ankomme und 9:30 wieder mit meinem neuen pass richtung hotel fahre, von wo wir dann 10:00 aufbrechen und einen bus nach huancayo suchen.
naja, bis zum hotel war alles auch soweit sogut, nur bemerkte ich, das ich doch noch einen neuen stempel in meinem neuen pass brauchte.
also auch zum migrationsbuero.
und meine odysee begann.
nachdem ich in erfahrung gebracht hatte, dass ich formular f-002 brauche und dazu noch kopien von meinem neuen und meinem alten pass, lief ich erstmal durch das gebaeude, treppauf, treppab, auf der suche nach f-002.
schliesslich, nach einigem fragen und suchen fand ich es, und loeste es fuer 3$US aus.
nun nur noch kopien (auf der anderen strassenseite) und zurueck zum verantwortlichen.
dann ging erstmal alles recht schnell, doch nur um sich dann in aller laenge hinauszuzoegern.
formular ausgefuellt, naechster verantwortlicher und dann begann das lange warten.
da ich (anscheinend wieder erwarten) nicht in seinem computer gespeichert war, folgte laengeres warten auf ein fax aus dem dschungel, wo ich ja nach peru eingereist war.
in der zwischenzeit durfte ich meinen verantwortlichen dabei zuschauen, wie er erst sehr sorgfaelltig die heftklammern entfernte, die der vorverantwortliche mit genauso viel sorgfalt in meine kopien gejagt hatte.
dann nahm er einen klammeraffen, um wieder alles (sehr bedacht) wieder zusammenzuheften.
nur um dann festzustellen, ein formular vergessen zu haben, alles wieder aufzufriemeln und von neuem zusammen zu heften.
als auch das geschaft war, stempel von einem in das naechste schubfach gewandert waren und das fax endlich angekommen war, musste ich resigniert erfahren, das der verantwortliche doch nicht richtig verantwortlich war und deshalb nicht unterschreiben durfte.
das durfte nur der chef, und der war in einer sitzung.
insgesammt nahm der neue stempel mehr aufwand in anspruch, als der neue pass, aber nach 1,5h hatte ich endlich geschaft, fruedestrahlend eilte ich zureuck ins hotel und wir verlegten den termin der abfahrt dann doch auf den naechsten tag (genug zeit um zu planen ;) ).

das hat ueberrigens geklappt, so das wir mittlerweile hier in huancayo sind, gestern in der nacht, nach laengere busfahrt (zweimaligem reifenwechsel) angekommen.

so bisdahin und nicht weiter, viele dinge sind in meinem kopf seit einigen wochen am gaehren, doch das muss noch warten.

bisdahin,
viele liebe gruesse aus der ferne...

...da gnuwwel + nicole...




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