12 medialisten unterwegs

[die wege der inka.]

hallo liebe daheimgebliebene!

wo waren wir stehengeblieben...
...abancay(peru), alles in allem ein verschlafenes nest, aus dem es nichts besonderes zu berichten gibt.
und genauso schnell wie wir gekommen waren wir auch schon wieder weg, auf dem weg nach cusco(peru).

cusco(peru) stellte auf jeden fall eine art hoehepunkt auf unserer bisherigen (meiner und nicoles) strecke dar.
hier haben wir ersteinmal ein tag damit verbracht die ruinen in der umgebung und einige der kirchen und museen in der stadt anzuschauen.
ausserdem liefen wir ueber den einen oder anderen markt (mal essen, mal souveniers).
von so vielem laufen muede suchten wir zuflucht in einem reisebuero, wo wir uns kurzentschlossen (bestimmt 45 Minuten haben wir hin und her ueberlegt, denn eigentlich sprachen so viele Dinge dagegen) zu 4tagen dauerlaufen ueberreden liessen (wir waren mal wieder an ein exemplar der stan- aka ich-treib-mich-selbst-in-den-ruin-schnapper-spezies gekommen, diesmal weiblich, doch wiedermal mit einem "unglaublich" guenstigen preis fuer was, was wir unbedingt machen wollten).
das ganze nennt sich camino inka (inkapfad zu gut deutsch) und ist eine strecke durch die berge, die zum teil noch orignal inkagepflastert ist (ihr koennt euch ja den zustand des wegs vorstellen, schaut euch segelfliegerdamm an und der wurde noch vorriges jahrhundert gepflastert...).
am ende liegt machu pichu, eine der groessten inkakomplexe die noch erhalten sind.
zu allem ueberfluss wurde dann noch die recht humane abfahrtszeit von 08:00 kurzerhand auf 05:00 verschoben.

das wandern selbst ging dann nach einem fruehstueck und einigen minuten ausruhen so gegen 12:00 los.
schon nach den ersten schritten wurden mir zwei sachen klar.
erstens der rucksack ist verdammt schwer, zweitens hier in 3000m ueber normalnull geht einem die luft schneller aus.
so keuschten und japsten wir tieflandgringos einen leichtansteigenden pfad in die hoehe, bis sich der koerper so langsam an die neuen umstaende gewoehnte.
am diesem ersten tag kamen wir im wesentlichen vorbei an trockenen berghaengen mit einem gruenen streifen flusstal in der tiefe.
an den waenden wuchsen kakteengewaechse und hierher verschleppte eukalyptusbaeume die hier im trockenen hochland alle urspruengliche baeume verdraengt haben.
auf halber strecke unsere erste inkaruine in einige hundert meter unter uns am gegeueberliegenden berg.
wir schlichen uns vorbei und noch einige meter hoeher.
am ende des tages zelteten wir am fusse des morgigen verhaengnisses (netter weise konnten wir in fertig aufgebaute zelte fallen, so dass dieser teil einer wirklich anstrengenden wanderung entfiel).
die sterne schienen, die milchstrasse floss ueber den himmel und der mond wartete auf die sonne, um kurz vor ihr hinter den bergen hervorspringen zu koennen.

er sprang, die sonne hinterher und dann war wieder morgen.
in der nacht, wie in jeder ersten nacht beim zelten, wenig geschlafen, ein einfaches fruehstueck (getreidebrei mit zucker und zimt dazu kokatee) rucksack schultern und von 3000m 1200m aufwaerts zum hoechsten punkt der strecke, einem 4200m hohen pass.

Und es ging wirklich 8km nur bergauf. Das nicht etwa seicht, sondern, wie es sich anscheinend fuer die Inkakultur gehoerte immer schoen stufenartig, steinig und somit nicht besonders abfedernd. Nach ca. 2 Stunden hatte ich echt keine Lust mehr, doch Eric wollte immer weiter und erlaubte mir gerade mal 2 minuetige Pausen. Aber nach 4 Stunden hatten wir es endlich geschafft und genossen einen beeindruckenden Ausblick auf ein schmales Tal zwischen 2 Bergruecken.

an dieser stelle muss ich mal richtig stellen, dass ich derjenige war, der beide rucksaecke die letzten 500m nach oben schleppte (das aber auch nur weil es mir einfach beschissen ging; jeder kann sich vielleicht vorstellen, dass es nicht besonders angenehm ist sich mit Magenkraempfen solchen Strapazen auszusetzen) heul schluchz, eine runde mitleid mit meiner suessen kleenen (schuldigung an alle daheimgebliebenen, dass wir euch mit unseren streitereien belegen).
mal huepfend springend rannte ich nicole hinterher um gleich darauf heftig keuchend meinen uebermut zu verfluchen.
aber wie schon gesagt, wir kamen heil und munter oben an.
und weil's bergauf so schoen war ging's danach gleich nochmal 1000m wieder runter, noch steiler und um den knien eine freude zu bereiten mit vielen (bestimmt 1000) stufen.
die traeger rannten hinunter, wir versuchten auf eher humpelnde weise ins tal zu kommen.
der rest des tages (wir waren so gegen 14:00 am campingplatz) bestand aus mittagessen, schlafen, abendbrot, schlafen.

dann in der nacht wurde ich doch aus dem schlaf gerissen und uebergab mich zu nicoles freude noch im zelt (aber mit tuete).
den naechsten tag war ich der kranke und jedesmal wenn jemand aus meiner gruppe vorbeikam (oder ueberholt wurde =) ) kam die frage "alles in ordnug".
natuerlich sagte ich immer kein problem, mein stolz, ihr wisst ja (das mit dem Stolz war wirklich anstrengend. Bestimmt 4 Versuche hab ich gebraucht eh ich den grossen Rucksack auch mal auf den Ruecken nehmen durfte)...
dafuer hat ihn mir nicole auch nach ein paar hundert metern wiedergegeben, soweit ging ihre fuersorge dann doch nicht (aber auch nur, weil es dann wieder bergab ging [ja, mit nicole] und ich wusste, dass Eric mir mit oder ohne krank sein davonlaufen wuerde).
bis zum mittagessen gab es ein oder zwei ruinen. mittagsschlaf und weiter ging's, bergauf, bergab bis die knie schmerzten.
das spannenste war, dass nicht sicher war, ob wir am angestrebten zeltplatz auch unterkommen wuerden (ich waer nicht wieder zurueckgewandert, eher auf dem boden schlafen).
aber es ging alles gut und mir dann auch wieder, so dass ich zum abendessen mit vollem appetit zuschlagen konnte.
die disco in der skihuettenaehnlichen anlage haben wir uns dann gespart, angesichts der tatsache, dass es am naechsten morgen schon um 3:30 aufstehen heissen sollte, damit wir rechtzeitig zum sonnenaufgang in machu pichu sein wuerden.

das mit dem aufstehen war schon hart, aber der sonnenaufgang war auch schoen, es hatte sich durchaus gelohnt.
wir wurden noch eine runde herumgefuehrt und dann uns selbst ueberlassen.
ich wollte so gerne auf den nahegelegenen gipfel, aber nicole streikte (keine treppen mehr).
so legten wir uns in die sonne, an plaetzen an die frueher nur die adeligsten der adeligen inkas kamen (wie erhebend).
wir betraten heiligtuemer die frueher hohenpriestern und opfern vorbehalten waren (und sogar als opfer musste man sich anstrengen um gewaehlt zu werden).
und am ende gingen wir einfach, als waere nichts gewesen, ueberliesen tonnenschwere steinbloecke und luftige gaerten den anderen touristen und den restauratoren.
die inkas liebten die hoehe, so mussten wir ersteinmal ein stueck nach unten, bevor wir jetztzeitsiedlungen erreichten.
aquas calientes(peru) ein kleines nest, das vom machu pichu-tourismus und einigen heissen quellen lebt.
leider regnete es, so liessen wir die heissen quellen kochen und blieben daheim.

am naechsten tag liefen wir mal ausnahmsweise nicht, sondern fuhren bahn, spaeter bus und kamen am spaeten vormittag wieder in cusco an.
da wir ja den ganzen morgen gesessen hatten wollten wir jetzt doch wieder laufen, rannten den ganzen tag durch die stadt, versuchten ein bahnticket nach puno(peru) zu kaufen, liessen es bleiben, da wir nummer 58 in der warteliste hatte, die bearbeitung aber gerade erst bei 16 war und die zahlen nur quaelend langsam davonkrochen.
und wir waren shoppen, sogar mit einigem erfolg (ich glaub, nicole ist zufrieden).
muede und zufrieden fielen wir ins bett, wohl wissend, das wir am naechsten morgen schon wieder vor 07:00 aufstehen wuerden.

so hoerte auch unsere letzte nacht in cusco viel zu frueh auf und wir fuhren im prinzip noch im morgengrauen nach puno(peru).

wer fein die tage mitgezaehlt hat weis, das kann noch nicht alles sein.
aber da es trotzdem schon eine menge ist, schreiben wir den rest (unsere erlebnisse in puno(peru) in der naechsten mail).
also gespannt bleiben =)!

viele liebe gruesse aus der ferne...

...da gnuwwel + nicole...

ps: an alle nicht-homies, die gerne welche werden wollen und an alle homies, die solche nicht-homies kennen, wer lust hat kann mir eine mail schicken, mit ungefaehr dem inhalt hallo eric, ich will homie werden.
mit etwas glueck und gedult werd ich dann ganz sicher irgendwann die mailingliste erweitern.




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