[titicaca.]
hallo liebe daheimgebliebene!
wie versprochen, die fortsetzung.
das erste was ich von puno(peru) sah, war der see, an dem die stadt liegt.
lago titicaca, entgegen allen anderen anzunehmenden bedeutungen einfach mit pumafelsen zu uebersetzen, so gross, dass man bis zum horizont wasser sehen kann und mit 3800m der angeblich hoechste befahrbare see der welt.
aber vor allen dingen blau, tiefblau, solange man ihm nicht zu nah kommt.
puno selbst ist eine einfaches, leicht mit touristen ueberlaufenes andenstaedtchen.
wir liessen uns ein hotel zeigen, liefen durch die fussgaengerzone und dem markt und gaben uns noch einmal dem luxus einer tour hin.
diesmal sollte es aber weniger mit laufen, als mit bootfahren ueber den see zu tun haben.
so standen wir am naechsten morgen mal wieder vor 07:00 auf um wenig spaeter mit dem boot zu ersten station zu tuckern.
die schwimmenden inseln der uros.
die uros, das sind leute, die ihr leben auf selbstgebauten schilfinseln verbringen (das heist heutzutage wechseln sie sich wohl ab, mit insel- und festlandbewohnen).
das leben scheint hier aus drei dingen zu bestehen. schilf, fisch, touristen.
aus dem schilf werden die riesige schwimmende plattformen gebaut, die haeuser darauf, die boote um den fisch zu fangen, der dann zusammen mit schilf gegessen wird.
aus dem selben schilf werden natuerlich auch die anhaenger und miniaturboote gebaut, die den touristen, die ausgesuchte inseln besuchen duerfen und dazwischen mit schilfbooten hin und her gegondelt werden, verkauft werden.
zu guter letzt musste sich dann auch noch unser boot durch einen scheinbar endlosen schilfguertel kaempfen, der das material fuer die gemeinschaft liefert.
dann erreichten wir den offenen, ebendfalls scheinbar endlosen see und sicht auf die naechste station, die insel amantani.
hier hat sich auch in den modernen zeiten ein system aus aeltestenrat, gemeinschaftlichen arbeitseinsaetzen und enger zusammenarbeit der inselgemeinden durchgesetzt.
diesem umstand ist es wohl auch zu verdanken, dass es bisher keine einzige komerzielle unterkunft fuer touristen gibt.
wer auf der insel uebernachten moechte (was innerhalb unseres tourplans vorgesehen war) wird einer der familien zugeteilt, die fuer kost und logie sorgen (natuerlich gegen ein entgeld).
auf diese weise wurde der (nicht ganz unbetraechtliche) tourismus ins alltagsleben eingebettet ohne die bestehenden strukturen zu zerstoeren.
wie gehabt versorgt jede familie feld und vieh, wird in jeder gemeinde im rotationsverfahren jeweils eine pflanzenart gesaet, waerend die felder einer brach liegen und sich regenerieren.
auf dieser amantani gibt es eine bergruecken, der in zwei gipfeln auslaeuft.
da auf beiden jeweils ein tempel steht (pacha mama und pacha tata geweiht, was fuer mutter und vater erde steht), stand natuerlich eine besteigung auf dem programm.
als wir beim tempel von pacha tata ankamen lag vor uns der see mit einem omenhaften spiel des lichts mit den wolken.
nach einem spassigen museumsbesuch (wir wurden mit taschenlampe in einer vieleicht 10qm grossen lehmhuette vorbeigefuehrt an den gegenstaenden des alltags der insel) beschlossen wir noch in der daemerung zum gegenueberliegenden tempel pacha mamas zu laufen.
ueber uns mindestens genauso omenhaft wie das lichtspiel zuvor eine dunkle wolke, am horizont, ueber den schwachen lichtern punos zuckende blitze.
der wind frischte auf, einige tropfen regen fielen, die letzten besucher des tempels pacha mamas kamen uns auf halben weg entgegen.
aber wir ignorierten die zeichen, wir schlugen uns durch wind und wetter und wurden auf dem hoechsten punkt der insel mit einem beeindruckenden, wenngleich etwas beaengstigenden ausblick belohnt, auf die kulisse aus blitzen und wolken ueber der fernen stadt.
schleunigst machten wir uns auf den heimweg, um noch vor der finsternis zu hause zu sein.
als wir ankamen, war von wolken nichts mehr zu sehen und die sterne strahlten uns in ungebaendigter schoenheit entgegen.
das essen war einfach aber gut, die betten weich und warm, wir schliefen tief und fest, bis das der naechste morgen anbrach.
frueh standen wir auf und genossen den anblick der aufgehenden sonne und der ersten fleissigen fischer auf dem see.
die naechste station war die insel taquile, doch leider haben wir im moment nicht mehr zeit, so muesst wieder mal warten, auf die naechste mail, aber die kommt bestimmt bald.
und dann werden wir sicherlich auch schon unsere ersten eindruecke aus bolivien schildern koennen, wo wir mittlerweile angekommen sind.
viele liebe gruesse aus der ferne...
...da gnuwwel + nicole...