12 medialisten unterwegs

[Ehrlich langsam mach ich mir aber richtig sorgen....]

Hi an alle!
Sagt mal hat irgend jemand etwas von Eric und Nicole gehoert???
Das letzte mal das ich was mit bekommen hab war am 14.8.02 aber das war vor vier Tagen. Ich kann euch nur sagen, dass es mich richtig Nervoes macht, dass Eric nicht antwortet. (Eric wollte ja schliesslich seit Freitag spaetestens in Lapaz sein) Ich hab naemlich keine Lust Dienstag Frueh um 6:00 Uhr in Lapaz anzukommen und keinen zu kennen und mit meinen spanisch Kenntnissen ist es ja auch nicht weit her. Vor allen Dingen hab ich keine Lust auf irgendwelche Abenteuer die da heissen: Such Eric und Nicole in Sued Amerika.

OK soviel zu meinem Frust und meiner Sorge.

Gestern bin ich erst ein bisschen so ohne Ziel durch die Stadt gegangen.
Spaeter hab ich Sylvia bei ihrem zweit Job Beobachtet. (sie macht Maedchen fuer alles in einer Theatergruppe der Brooklyn Academy of Music kurz BAM) Die Gruppe spielt zur Zeit im Freien und mit Eintritt frei. Aber gestern mussten sie das Stueck wegen der heftigen Regenfaelle arg kuerzen. (da sie keine Requisiten aufbauen konnten) Also fahre ich nachher noch Einmal nach East-Village (Einer gegend vergleichbar mit Kreuzberg als es noch alternativ war) und schau mir das Stueck heut komplett an.

ok Das war's erstmal wieder von mir

Hannes

<b>ERIC MELD DICH!!!</b> BITTE!


[von insel zu insel (+ der frieden, la paz).]

hallo liebe daheimgebliebene!

auf taquile hatten wir ein wenig zeit uns umzuschauen.
dummer weise hatte uns der fuehrer weder gesagt wie lange wir uns rumtreiben konnten, noch wo wir uns treffen wuerden.
so waren wir in unserer bewegungsfreiheit etwas eingeschraenkt, immer die angst im nacken, wir koennten auf der insel sitzen bleiben.
der frust darueber machte uns jedoch mutig und so sahen wir doch noch ein paar ecken der insel.
das bemerkenswerteste aber waren auf jedenfall die strickenden maenner.
trotz aller emanzipation und aufgeklaertheit ein befremdliches bild.

nach puno(peru) zurueckgekehrt beschlossen wir am abend anlaesslich unseres letzten tages in peru und des schon eine weile zurueckliegenden jahrestag unserer beziehung (wen es interessiert, der dritte) mal richtig gut(teuer) essen zu gehen.
es war auch tatsaechlich sehr lecker, nur ein bisschen wenig, und dazu gab es noch eine live band, die auch ganz gut waren.
leider konnten wir keine cd ersteigern, da wir keinen sol mehr hatten.

so fuhren wir bei morgengrauen los, ueberquerten mal wieder eine grenze und sind nun in bolivien.
in copacabana(bolivien) verbrachten wir unseren ersten tag in bolivien.
die stadt an sich ist nichts besonderes, doch erschien hier vor einiger zeit die jungfrau von copacabana und brachte es im nachhinein bis zur schutzheiligen boliviens.
es gibt zwei wichtige heiligtuemer, eines auf einem berg und eine kathedrale mitten in der stadt, in der eine statur der jungfrau steht.

wir unrundeten zuerst den berg, abseits der pilgerpfade, genossen die aussicht ueber den see und folgten dann, zusammen mit den pilgerern den ausgetretenen stufen zur spitze des berges.
das bild, was sich oben bot, erinnerte mich sehr an indien.
zwar wurden hier die gottheiten nicht mit butter beworfen, dafuer wurden die heiligen schreine mit wachs bekleckst.
bei naeherer betrachtung stellten sie sich als wachsbilder heraus, die wuensche der glaeubigen symbolisierten.
dazu gab es links und rechts staende, die jedes kinderherz erfreut haetten.
hier wurden spielzeuge verkauft, die nach dem sie eine statur der jungfrau maria beruehrt hatten zu wichtigen kleinoden wurden, ebendfalls wuensche, die sich erfuellen sollten und die man zu hause auf den kaminsims stellen kann.
beliebt waren spielautos (gelaendewagen lagen hoch im trend), puppenhaeuser (vor allen dreistoeckige, eigentlich untypisch fuer hier) und minikoffer gefuellt mit spielgeld (us- dollar, in 1000er noten).
wir erklaerten uns fuer wunschlos gluecklich und kehrten ohne kleinod in die stadt zurueck.
hier liefen wir durch die strassen und wurden dabei zeuge einer anderen, ebendfalls nicht sehr christlich (im europaeischen sinne) anmutenden zeremonie.
ein kleinbus wurde mit einer weihrauchpfanne mehrmals umrunded, mit girlanden geschmueckt und mit konfetti beworfen, auf dass er noch recht lange durch die strassen jagen wuerde.
das scheint hier recht gaengig zusein angesichts der vielen autos in der stadt, die eindeutig aehnliche zeremonien hinter sich hatten.

die sonne ging unter, die sonne ging auf und wir beschlossen die isla del sol (sonneninsel) zu besuchen.
dazu machten wir ersteinmal eine circa 17km lange wanderung entlang am seeufer, schoenen aussichten, kleinen oertchen.
so kamen wir zum schmalsten stueck wasser zwischen der insel und dem festland, wo wir uns dann rueberrudern liessen (ich haette auch selbst gerudert, aber irgendjemand musste ja das boot auch wieder zurueck bringen).

wir erkundenten noch eine ruine und wanderten ein paar kilometer bis zum naechsten ort, in dem wir ein bett fuer die nacht und ein ganz passables abendbrot bekamen.
natuerlich war uns das nicht genug und so stiegen wir vor dem essen nochmal viele hundert stufen hinab zum see titicaca um die sonne hinter der insel verschwinden zu sehen. aufstieg, abendessen und insbettgehen wurden von einer blitzshow sich am festlandufer tuermender gewitterwolken begleitet.

von unserem fenster aus betrachteten wir nicht nur am abend die blitze sondern auch am morgen die sonne, wie sie sich noch recht verschlafen ueber den horizont und den see schwang.
dann ging es weiter, der weg fuehrte erst westlich vom inselkamm (diese seite war kaum besiedelt und nur duenn bewachsen, so dass sie sehr an eine mondlandschaft erinnerte) ueber einige umwege auf selbigen hinauf, von wo wir eine wunderbare aussicht ueber die insel, den see und auf die fernen schneebedeckten berge am anderen ufer hatten.
wir folgten dem kamm bis fast zum ende der insel.

hier liegt der felsen, aus dem vor einiger zeit der schoepfergott der inka, eine reihe anderer goetter, die sonne und die ersten inkas hervorgegangen sind, hier wurde auch die welt erschaffen.
in der naehe bauten die inka eine labyrinthartige tempelanlage, in der sich nicole auch prompt verlief und sich lesen legte, waerend sie mich auf den letzten inselberg schickte, damit ich eine uebersicht gewinnen koenne.
auf meinem weg umkreisten mich die geier, endeckte ich bluehende kakteen und sah das wasser ueber einer versunkenen stadt.
vom berg aus ueberblickte ich dann die insel und das labyrinth.
ich eilte zu nicole zurueck um sie dann auf dem laengsten weg (mit einigen malen, aehm wieder zurueck) aus dem labyrinth herraus zufuehren, so dass wir noch ein wenig von diesem bauwerk sahen.

dann legten wir die letzten kilometer bis zur naechsten ortschaft zurueck.
hier versuchten wir das museum zu finden, wurden aber statt dessen zeuge eines frauenfussballspiels.
nicht das ihr jetzt denkt, dass ich fussballspielende frauen auch befremdlich finde, wie strickende maenner.
aber wenn die teilnehmerinnen in traditionellen bauschroecken und lackschuhen den ball tracktieren, dann sieht das schon lustig aus.
fairer weise muss man sagen, getunnelt wurde die torwaertin mit ihrem rock nie.
spannend war auch das drumherrum.
das ganze dorf schien versammelt.
die frauen (die nicht spielten) strickten, passten auf ihre und die kinder der spielenden auf, die maenner gaben gute ratschlaege und alle zusammen klatschten ueber dies und das.

so gegen abend machten wir beide uns dann nochmal auf, um auch diesmal die sonne beim untergehen zu beobachten.
dafuer suchten wir uns die auesserste stelle einer halbinsel aus (insofern man auf inseln von halbinseln sprechen kann).
im letzten licht der bereits untergegangenen sonne machten wir uns auf den heimweg.
wir beschlossen am ufer entlang zu gehen, was sehr an die steilkueste der ostsee erinnert.
behend sprangen wir von stein zu stein, bis sich uns ploetzlich ein felsen in den weg stellte.
links ein abhang, zu steil zum erklimmen, rechts der see, zu kalt zum schwimmen, zurueck liess uns der stolz nicht gehen, so mussten wir wohl um den felsen herklettern.
so hangelten wir mutig voran, trotzten bueschen die uns sich in den weg stellten und erschreckten ein schaf, das auf dem einsamen felsen ruhe suchte.
nach einem gewagten abstieg hatten wir es geschaft, trocken aber erschoepft, mit klopfendem herzen aber gluecklich hatten wir den felsen bezwungen.
da sich weiter hinten ein weiterer felsen abzeichnete schlugen wir uns sobald wie moeglich ins inselinnere, von wo wir zur hauptinsel zurueckkehrten.

am naechsten tag besuchten wir dann noch das museum, nicole zeichnete ein wenig, ich versuchte mein tagebuch auf den aktuellen stand zu bringen.
gegen mittag fuhren wir dann mit dem boot zur isla de la luna (mondinsel) wo einst die jungfrau der sonne dem mond befahl aufzugehen.
natuerlich hatten es sich die inka auch hier nicht nehmen lassen einen tempel zu errichten, natuerlich haben wir es uns nicht nehmen lassen diesen auch noch in augenschein zu nehmen.

danach ging es mit dem boot fast direkt zurueck nach copacabana(bolivien).
noch ein wenig zeit an diesem abend versuchten wir eine mail fuer euch zusammen
zustricken, aber die technik...
...so bekommt ihr den text halt erst heute.

von copacabana ging es am morgen dann nach la paz(bolivien), wo wir ueberigens immer noch sind.
um so groesser die stadt, um so laenger sucht man ein hotel, so waren wir ein wenig beschaeftigt.
trotzdem fanden wir an diesem tag noch zeit ein ersten bummel durch la paz(bolivien) zu machen.

Mir kam es schon wie ein kleiner Kulturschock vor, nach 3 Wochen Kleinstadtleben nun wieder in den Trubel einer Grossstadt zu gelangen. Massen von Autos, Microbussen und anderen Fahrzeugen, die nicht nur die Luft verschmutzen, sondern auch einen grossen Anteil am Laerm dieser Stadt verursachen. Ausserdem viele, viele Menschen, Maerkte - sprich buntes Treiben, aber halt in einem extremen Ausmass.

am naechsten tag gaben wir uns dann la paz(bolivien) richtig.
stunden lang liefen wir durch die stadt, am gefaengniss vorbei, den hauptverkehrstrassen, einigen "parks" (kleine plaetze mit einigen wenigen pflanzen, umrundet von strassen), maerkten und museen.
im kokamuseum, was in seiner aufmachung sehr ans hanfmuseum erinnert, lernten wir die kultur und geschichte des koka von den inka bis zur coca-cola kennen.
im museum fuer kunst war fuer uns doch die abteilung zeitgenoessische kunst am interessantesten, wo einige wirklich gute bilder hingen.

der morgen des folgenden tages begann mal wieder sehr frueh, 04:45.
puenktlich um halb sechs waren wir am flughafen um hannes mit roten teppich und offenen armen zu empfangen.
wer nicht kam war hannes.
so fragten wir, nach dem aus der tuer kein mensch mehr kam, doch mal beim schalter der luftlinie nach, ob denn sir hannes karge auf der pasagierliste stehen wuerde.
nein, hannes karge fliegt am 19.08.
so zogen wir unverichteter dinge wieder ab, leicht gaehnend und etwas frustriert (aber nur ein wenig).

was tun mit dem angebrochenen tag?
wir beschlossen uns zu den ruinen der tiwanaku-kultur zur begeben.
wo heute nur ein kleines dorf zu finden ist, war wohl vor einiger zeit (noch vor den inka) eine grosse stadt mit tempeln und pyramiden.
wir wanderten eine ganze weile durch steinquader, mal zerstreut rumliegend, mal noch zu einer mauer geformt.
zwischendrin immer wieder aus einem stueck gehauende, recht grosse steinfiguren.
alles im allen ganz interessant, obwohl ich die inka beeindruckender fand.

heute, das ist der naechste tag, haben wir einen stadt- und schreibtag eingelegt.
das heist, dass wieder mal versucht hab mein tagebuch auf vordermann zu bringen, wir bei stuermischen wetter ueber die maerkte eielten und einkauften (vorrangig natuerlich essen =) ) und wir jetzt im internetcafé sitzen und unsere korespondenz erledigen (euch halt mit mails versorgen).
und so geht mittlerweile auch dieser tag zu ende, von dem wir irriger weise annahmen, das es der letzte in la paz(bolivien) sei.
hannes fliegt zwar am 19.08. (morgen), kommt aber erst am 20.08. hier an, so dass wir jetzt erstmal busticket umtauschen gehen muessen und uns einen kopf machen, was wir mit dem morgigen tag anfangen.

ihr werdet es mit sicherheit noch erfahren, aber bis dahin
viele liebe gruesse...

...da gnuwwel + nicole...




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Thursday, 01. January 1970 at 01:00
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