12 medialisten unterwegs

[nirgendwo.]

hallo liebe daheimgebliebenen!

4tage war ich in den abgelegensten ecken boliviens.
angefangen hab wir mit dem salzsee von uyuni.

von weitem denkt man an ein meer, durch luftspiegelungen wurde eine fluessige oberflaeche vorgetaeuscht und an der kueste gab es auch eine art duenung.
doch dann erreicht man die grenze von sand und salz und vor einem liegt eine riesige flaeche platt wie toastbrot und ebendso weiss.
eigentlich gab's nicht viel zu sehen, ausser ebend einer ganzen menge salz.
aber genau das ist es, was den reiz ausmacht, endloses weisses nichts, das klare blau des himmels und sich in der ferne in der luft spiegelnde berge, die wie massive schwarze wolken erscheinen.

am rand der salzsees wird salz abgebaut.
die salzarbeiter schaufeln haufen zu schaetzungsweise 500kg zusammen und bekommen fuer jeden dieser haufen 2bolivianos (ca. 0.30E's).
bis zu 20 haufen schaffen sie an einem tag.

weiter im inneren steht ein hotel, gebaut aus salzbloecken. noch weiter gibt es eine kleine oase, eine insel.
hier wachsen einige kakteen auf einem felsen, der aus dem salz herrausragt.
sogar ein paar voegel haben sich hier eingenistet.
ansonsten ist der salzsee absolut tot, das darunterliegende wasser ist so salzig, dass es noch nichteinmal mikroorganismen moeglich ist zu ueberleben.

gegen abend kamen wir dann am anderen ufer an, ein paar kilometer weiter in ein kleines oertchen (noch kleiner als uyuni), in dem wir uebernachteten.

am naechsten tag standen vor allem salzige seen mit flamigos auf dem programm.
wir wurden von einem zum naechsten gefahren, durch eine landschaft, die ausser flamigos und viñucas (verwanden der lamas, aber graziler) und einigem spaerlichen graugelben grass unbelebt erschien.
zwischen durch wurde die sanften huegel durch die skurilen formen eines basaltfeldes unterbrochen, an dessen rand das abfliessende meer(das einmal weiteteile des bolivianischen hochplatos bedeckte) einen felsen in form eines baumes und einige schlupfhuetten aehnliche gebilde zurueckgelassen hat.
wir uebernachteten in der station des nationalparks, der diese karge doch schoene natur schuetzt, am rande der laguna colorada, eines recht grossen roten sees, in dem sich die flamigos farblich verloren.

die nacht hier oben, ueber 4500m, war eisig kalt, sogar das salzige wasser des sees ueberfror (die armen flamigos).
der morgen war noch nicht viel waermer, so waren wir dankbar fuer die waerme die von den gysieren und schlammvulkanen unserer naechsten station ausging.
noch angenehmer war die kleine warme quelle am rande eines sees.
hier tauchte ich meine kalten fuesse und haende ein, so dass wieder neues leben in sie kam.

spaeter liessen wir die haelfte der tourgruppe an der chilenischen grenze zureuck, sie sollten mit dem bus weiter nach chile weiter fahren.
wir fuhren weiter, vorbei an den steinen von salvador dalí, einigen auf einem sandigen hang rumliegenden felsen, die wirklich an das vieleicht beruehmteste werk dalís erinnerten.
wir kamen noch mal an das andere ufer der laguna colorada, die in der fruehen nachmittagssonne in leuchtedem rot erstrahlte.

die letzte station war valle de las rocas.
ein basaltfeld das sich ueber mehrere kilometer in die laenge streckt, ein traum zum klettern.
hier liesen wir auch noch zwei polen zurueck in einem kleinen nest, bestehend aus fuenf huetten, ueberschattet durch die felsen, mitten im nirgendwo der angrenzenden grassteppe.
sie wollten hier fuer 4tage campen und durch die felsen wandern.

wir uebernachten mal wieder in einem kleinen dorf, am naechsten tag ging es im wesentlichen durch flaches, sandig-steiniges grassland.
was die sache etwas spannender machte, war die tatsache, dass unser fahrer wohl die nacht davor nicht viel geschlafen und nicht wenig getrunken hatte.
aber wir kamen dennoch tatsaechlich wohlbehalten in uyuni(bolivien) an (unser fahrer ist einmal eingeschlafen, aber gluecklicherweise an einer fels und strauchfreien stelle).

mein bus sollte erst am naechsten morgen fahren, so blieb ich noch ueber nacht in dieser kleinen stadt in mitten der wueste.

auf meinem weg nach tupiza(bolivien) wurde die landschaft dann wieder etwas freundlicher, es gibt hier sogar wieder palmen und andere baeume und wo diese es nicht schaffen, da wachsen wenigstens kakteen.
ich bin bei dieser gelegenheit das erste mal eine kammstrasse entlanggefahren, was mir wirklich grosse freude bereitete, bei meiner hoehenangst in zwei richtungen den abgrund zu sehen...

ich hab auch das ueberlebt.
hier in tupiza bin ich am naechsten tag ausgiebig in einem trockenen flussbett wandern gewesen, riesige sandsteinfelsen, die manchmal nur wenige meter dick sich hundert meter in die hoehe tuermten.
das rot der felsen, das blau das himmel, das gruen der kakteen, das alles gibt wirklich ein schoenes bild ab.
heute hab ich noch nicht viel gemacht (ausser email schreiben) und werde wohl auch zu nicht mehr allzuviel kommen.
ich muss heute die grenze nach argentinien ueberqueren, da mein visa ablaeuft.
mal sehen ob ich puenktlich am grenzuebergang ankomme.

das naechste mal also mail aus argentinien.
viele liebe gruesse...

...da gnuwwel...




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Thursday, 01. January 1970 at 01:00
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