12 medialisten unterwegs

[paraguay.]

hallo liebe daheimgebliebenen!

meld ich mich also mal wieder.
die vergangene woche hab ich also in paraguay verbracht.

zuerst einige tage in asuncíon(paraguay), welche zwar hauptstadt ist, aber da paraquay ein eher kleines land ist (zumal ueber 50% nahezu bevoelkerungsleer sind) ist asunctíon(paraguay) bestimmt keine metropole.
vom stadtbild aehnelt paraquay argentinien, doch die lebensweise unterscheidet sich in einigen punkten.
es wird auch hier mate in unmengen getrunken, jedoch kalt, mit eiswasser aufgegossen.
das bedeutet im endeffekt, das die leute auch hier mit thermoskanne rumlaufen, nur sind die etwas groesser, damit auch das eis reinpasst.
ich weis nicht ob das auch der grund fuer den voellig anderen tagesrhytmus ist.
waehrend in argentinien die strassen sich nicht vor 23:30 leeren, ist selbst asuncíon(paraguay) nach 21:00 ziehmlich leergefegt.
internet und restaurants sind zwar noch offen und auch auf dem wichtigsten platz trifft man ein paar leute, aber von den lebendigen abenden in argentinischen staedten ist das weit entfernt.
ansonsten gibt's empanandas und parilla(grill) wie in argentinien.

nach dem ich insgesammt drei tage in asuncíon(paraguay) verbracht hatte, fuhr ich am morgen des vierten nach acahay(paraguay), einem kleinem nest auf meinem weg zum parque national ybycuí(paraguay).
ich musste erst eine weile hin- und herlaufen bevor ich eine unterkunft fand, kam letztendlich jedoch unter.
von hier macht ich also einen tagesausflug zum nationalpark.
das heist, zuerst nach ybycuí(paraguay), einem ort in der naehe und dann mit dem taxi zum park.
zuerst begab ich mich zu einem aussichtspunkt, nur um auf dem rueckweg vom wege abzukommen und im dickicht stecken zu bleiben.
unverwegen wie ich bin =), zueckte ich meine mini-machete und rueckte dem gestruepp zu leibe, bis ich gluecklich und ein wenig erschoepft den pfad wiederfand.

zurueck am besucherzentrum sah ich mich einer angewachsenen menge besucher gegenueber und beschloss die flucht nach vorne zum guaraní-fall, einem kleinem, idyllisch gelegenem wasserfall.
der schattige pfad fuehrte entlang einem urzeitlich anmutenden flussufers, voller schmetterlinge, die ich auf meiner wanderung aufschreckte.
beim wasserfall angekommen, konnt ich mich natuerlich nicht zurueckhalten selbigen hochzuklettern und weiter flussaufwaerts zu laufen, vorbei an einigen kleineren kaskaden.
es gab hier keinen pfad mehr und natuerlich schaffte ich es bis zu den knien im fluss zu landen.
von da an watete ich im wasser weiter.

auf meinem rueckweg wurde ich von einem dieser grossen blauen schmetterlinge attackiert, der nur wenige zentimeter meinen kopf verfehlte.
wieder beim wasserfall angekommen, duschte ich ersteinmal ausgiebig, es war schwuel und das wasser eine angenehme erfrischung.
danach kehrte ich zurueck zum picknickplatz beim besucherzentrum, der sich mittlerweile mit noch mehr sonntagsausflueglern gefuellt hatte (es kamen gerade zwei busse an).
aber ich hatte sowieso nicht vor zu bleiben.
also wanderte ich weiter, in richtung einer alten, im krieg mit argentinien zerstoerten eisenschmelze.
ich verlief mich noch ein, zwei mal, und machte noch einen abstecher zu einem weiteren wasserfall, salto escalado.
ebendfalls sehr idyllisch im dschungel gelegen offenbarte sich nach dem erklimmen ein weiterer, kaskadierter teil, ach alles sooo schoen =).

naja ich hatte es etwas eilig, mein taxi zurueck wuerde bald fahren, also setzte ich als bald meinen weg im eilschritt fort.
so kam ich schliesslich ueber einen kleinen staudamm zu den ruinen der eisenschmelze, von der nicht mehr allzu viel stand, ausser ein paar mauern und einem wasserrad (fuer das der staudamm gebaut wurde).

auf meinem weg zureuck (entlang einer staubigen strasse) nahmen mich zwei jugendliche im pickup mit.
das war zwar nett, nur hatten die beiden etwas viel getrunken und die strasse war sehr uneben...
...was ich sagen will das auto huepfte, ich mit dem auto, das auto bewegte sich um g beschleunigt wieder nach unten, ich jedoch noch nicht.
das autodach kolitierte mit meinem kopf, der rest meines koerpers wollte aber nicht nachgeben und mein armes genick musste die freiwerdenen energien abfangen.
das tat weh!, mehr nicht.
aber es tat verdammt nochmal weh!
mein rueckweg nach acahay(paraguay) verlief hingegen ohne jegliche zwischenfaelle.

am naechsten morgen machte ich mich auf den weg nach encarnacion(paraguay).
hier kam ich erst am abend an, so das ich nichts mehr unternahm, abgesehen von abendbrot essen.
am naechsten morgen besuchte ich die jesutienmissionen jesús(paraguay) und trinidad(paraguay), das heist die reste davon.
die jesuiten, ein indianerfreundlicher orden (ich glaube es war ein jesuitischer priester, die indianer mit kindern verglich und vorschlug doch lieber afrikanische sklaven zu importieren als die armen indianer zu versklaven, muss damals wohl schon recht fortschrittlich gewesen sein...), der von den spaniern aus suedamerika verbannt wurde, weil sich diese sorgen machten, die jesuiten wuerden einen staat im staat gruenden (und spaeter natuerlich was an diesem status aendern wollen).
was uebrig blieb, war unteranderem ein angefangenes bauprojekt, jesús, und ein leeres kloster, trinidad.
beide in einer malerischen landschaft aus gruenen feldern und tropischem wald gelegen.

ich gab mir also die ruinen (die waren wirklich ganz nett, vor allem der rote sandstein vor dem hintergrundund der gruenen bewaldeten huegel)und lief auf dem weg von jesús(paraguay) nach trindad(paraguay) einige kilometer durch die umliegenden orte, die sich mit bunten vorgaerten und dem schoensten mittelstreifen meiner reise praesentierten.
den rest des tages (ich kam am nachmittag zurueck), schaute ich mir encarnacion(paraguay) aus der naehe und das am gegenueberligende posadas(argentinien) aus der ferne an.

am naechsten morgen fuhr ich dann weiter, zur cuidad del este(paraguay).
hier liess ich mein gepaeck in einem hotel und suchte mir einen bus zum itaipú-staudamm (ein weiteres bauwerk auf meiner superlativenliste).
itaipú ist, so man den aussagen des projektmanagements glauben schenken darf, der groesste energieproduzent der welt (>90.000.000.000kWh/jahr).
leider durfte man nur mit tour auf's gelaende und die war zwar kostenlos, aber leider fuhr der bus an den interesantesten stellen vorbei, waerend der fuehrer damit beschaeftig war, uns zu erzaehlen wie viele eifeltuerme und wielange autobahnen man aus dem verwendeten material haette bauen koennen.

am abend holte ich dann mein gepaeck ab und uberquerte die grenze nach brasilien, foz iguaçu(brasilien), in unmittelbare naehe zu meinem eigentlichem ziel, den iguazu-faellen.
unguenstiger weise fuer mich regnete es heute morgen und ausserdem hatte ich meinen reisefuehrer an der grenze liegen lassen.
also marschierte ich erstmal durch den regen zur grenze (okay, bis zur busstation und dann, nach einigen minuten busfahrt, zur grenze).
unterwegs musste ich mit ansehen, wie eine frau die handtasche geraubt wurde.
die typen gingen dabei sehr unsanft mit ihr um und ich war schon dabei aus dem bus zu steigen, aber da war auch schon wieder alles vorbei, und die frau stand ohne handtasche, verzweifelt auf der strasse.
mich aergerte, dass, obwohl es hellichter tag war, ihr niemand half (noch nicht mal nachdem die diebe weg waren, sie sah echt so aus, als koennte sie ein paar nette worte gebrauchen).

ich kam dann jedenfalls an der grenze an und bekam tatsaechlich meinen lonely planet wieder (es war das vierte mal auf meiner reise, in drei faellen davon hab[en] [wir]ich den reisefuehrer wiedergefunden).
danach, es regnete noch immer, entschied ich mich den besuch der faelle auf morgen zu verschieben und mich statt dessen meinem tagebuch und euch lieben daheimgeblieben zu widmen.
naja, sich euch zu widmen faellt mir recht leicht, hab ich doch kaum email zu beantworten ;].

viele liebe gruesse aus der ferne...

...da gnuwwel...




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Thursday, 01. January 1970 at 01:00
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