12 medialisten unterwegs

hallo liebe daheimgebliebene!

also was trieb mich nun ans meer? vor allem war ich hier wegen der wale. puerto madryn(argentinien) liegt direkt am zugang zur halbinsel valdez. an deren kueste tummeln sich seeloewen, seelephanten, ein paar pinguiene und eben wale und orcas (letztere gehoeren zu den delphinen, auch wenn sie killerwale genannt werden). auf der halbinsel selbst treiben sich rheas, guerteltiere und unmengen guanacos (unterart der llamas) herum.

natuerlich kommt man hier mal wieder nur mit eigenem auto oder tour hin. auto fiel fuer mich wohl aus. also gut, ich gab mir also die tour, am naechsten morgen ging's los. zuerst nach puerto pyramides, einem kleinen tourismushafen, in der bucht, die die halbinsel mit dem festland bildet. hier hiess es erstmal in ein boot einsteigen.
ich war gleich zum anfang ziemlich genervt, zum einen die vielen "ich in schwimmweste vor ein bisschen blau, was man, wuerde ich nicht davorstehen, als bucht erkennen wuerde", dann liess mich der komische kapitaen einfach nicht vorne auf dem bug sitzen. ich versuchte das beste draus zu machen. der kapitaen bekam sich wieder ein und so musste ich nicht an den gymnastikuebungen teilnehmen (wenn der wal links ist, alle links in die kniebeuge, die in der mitte auf die sitze hocken und die rechts auf die baenke stellen oder so aehnlich). ich konnte gemuetlich auf dem bug sitzen bleiben.

aber zu den walen. um diese zeit schwimmen die walmuetter mit ihren "kleinen" (die mutter hatte wohl so 14m, die jungen mindestens 5m laenge) in der bucht umher. eine dieser kleinstfamilien verfolgten wir fuer schaetzungsweise eine stunde. direkt neben mir tauchte die mutter auf, der kleine wal immer an ihrer seite. ab und zu tauchten sie unter dem boot durch und immer wieder ragte die schwanzflosse aus dem wasser, wenn sie abtauchten um dem boot zu entkommen. sie waren sichtlich genervt von uns. als wir ein paar hundert meter weg waren, machten sie kopfstand im wasser. das war suess, weil zuerst nur die flosse der mutter aus dem wasser ragte, dann aber unbeholfene versuche der viel kleineren flosse des kindes folgten. aber sie brachen das ganze ab, als wir wieder zu nahe kamen. ich fand's ganz okay, dass wir sie dann in ruhe liessen.

zurueck im hafen fuhren wir quer ueber die halbinsel. unterwegs liefen uns einige guanacos ueber den weg, aber die kannte ich ja auch schon aus peru und bolivien. leider gaaanz weit weg sahen wir einige rheas und dann, kurz vor punta norte unserem ziel ein guerteltier. das war cool, ich hatte ja echt nicht damit gerechnet ein guerteltier zu sehen, und dann auch noch so nah, es lief ein ganzes stueckchen neben dem auto her.
aber noch lustiger war ja sein kumpane, der am ende der strasse sein bau hatte und sich soweit an die touristen gewoehnt hatte, dass er bis auf wenige zentimeter herankam.

an punta norte stand ein fernglass, mit dem ich die beeindruckenste szene dieses tages beobachte. ein paar orcas griffen eine walmutter mit kind an. diese machte rollen und schlug mit den flossen um sich um ihr kind zu schuetzen. immer wieder blitzte das weiss der orcas auf.
ich weis nicht wie's ausgegangen ist, aber ich glaube die orcas gaben irgendwann auf, waren doch die seelephanten im kuestenbereich eine einfachere beute.
nach noch ein bisschen autofahrt konnte ich auch diese ganz nah betrachten. wie fette wuerste auf dem grill lagen sie am strand. nur nicht bewegen war die devise. ab und zu kratzten sie sich oder ruelpsten, was sie sehr menschlich erscheinen liess.
der grund ihrer bewegungslosigkeit ist ueberigens, dass sie perfekt an das kalte wasser des meeres angepasst sind. sie koennen ihre koerperwaerme nicht abgeben, es ist ihnen bei 10°C einfach viel zu warm um sich zu bewegen. aber wenn sie sich doch mal bewegen ist es einfach unglaublich. ein ausgewachsenes maenchen wiegt wohl so um die 2t und wenn die sich in wellenbewegung ueber den strand robben...
zwischendrin, aber oefter im wasser als an land, tobten die viel lebhafteren seeloewen umher.

danach gings wieder zurueck und fuer mich gleich weiter nach comodoro rivadavia(argentinien). ich kam abends an und setzte mich ins internetcafé um meinen reisebericht zu verfassen. aber die technik spielte nicht mit und so musste ich am naechsten morgen nochmal. und weil ich dann marko und spaeter die jungs aus der halle im chat traf blieb ich da irgendwie bis zum abend, bis mein bus nach rio gallegos(argentinien) abfuhr.

hier machte ich mal wieder einen richtige stadtrundgang, inklusive einiger kleinerer museen. es war schoen mal wieder durch eine normale stadt zu laufen, wo nicht alles "TOUR" schreit, ansonsten gibt's wenig von hier zu erzaehlen.
ich blieb einen tag, am naechsten bin ich dann nach calafate, wieder auf der anderen seite patagoniens (was hier unten zum glueck nicht mehr so breit ist).

aber davon, ja richtig geraten, in der naechsten mail.
viele liebe gruesse aus der ferne...

...da gnuwwel




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Thursday, 01. January 1970 at 01:00
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